Bayrischer Wald Reise

Wanderwelt Bayrischer Wald



Unterwegs zwischen Brotjacklriegel und Latschenfilz

Eine Möglichkeit die Naturparks Bayrischer Wald und Oberbayrischer Wald auszukundschaften, ist der Wanderweg Goldsteig. Im Gebiet des Bayrischen Waldes kann man entweder die Südvariante über oder die Nordvariante wählen. Die Südroute zieht sich durch den Vorderen Bayrischen Wald, während es bei der Nordroute höhere Gipfel zu erstürmen gilt. Es gibt auch kürzere Wanderwege, welche die ostbayrische Region durchziehen. Bad Kötzting ist Ausgangspunkt für einen Wanderweg über den Bergkamm Kaitersberg. Unterwegs staunt man nicht nur über die teilweise merkwürdig geformten Felsen, man kommt auch an einem Räuberversteck vorbei, der Räuber-Heigl-Höhle. Einen schönen Ausblick auf das Zellertal genießt man vom Kreuzfelsen. Der Mittagstein erreicht immerhin eine Höhe von 1034 m. Wieder hinunter ins Tal nach Hohenwarth gelangt man über den Weiler Hudlach. Wer zurück nicht laufen möchte, kann in die Bahn einsteigen. Der Sendeturm des Bayrischen Rundfunks prangt auf dem Brotjacklriegel. Etwas kleiner ist der Aussichtsturm. Dafür steht der hölzerne Geselle schon seit 1925 und bietet neben einer zünftigen Brotzeit einen zauberhaften Panoramablick vom Passauer Land über die Donau-Ebene bis hin zum böhmisch-bayrischen Gebirgskamm.

Am Horizont erkennt man sogar die Alpen. Erleben kann man den Brotjacklriegel in der Sonnenwald Region über einen Rundwanderweg, der circa 11 km lang ist. Wer ganz hinauf möchte, hat die Wahl zwischen vier verschiedenen Turmwegen. Auf dem Rachel-Parkplatz bei Oberfrauenau trifft man sich zur Schachten und Latschenfilz Wanderung. Der Latschenfilz ist ein Hochmoor, ähnlich dem Zwieseler Filz. Zu dem Gebiet gehört der Latschensee. Er befindet sich im südöstlichen Teil und wird auch Kohleweiher genannt. Mit Schachten meint man Grünflächen, die als Weideland dienten. Speziell handelt es sich bei diesem Wanderweg um den Kohlschachten und den Verlorenen Schachten. Während die Besonderheit des letztgenannten Schachtens eine ungewöhnlich weit zusammenhängende Seegrasfläche ist, man aber die Herkunft des Namens nicht erklären kann, leitet sich Kohlschachten von der Holzkohleherstellung ab. Wer Information mit Bewegung verbinden möchte, sollte einen der Themenwanderwege einschlagen. Ein, nach dem Philosophen Friedrich Wilhelm Nietzsche benannter Wanderweg führt zum Lamberg. Nietzsche soll hier im August des Jahres 1867 in der Umgebung von Cham die Natur genossen haben. Am Zißler Kreuz geht es los. Infotafeln, die von Nietzsches Wandereindrücken und historischen Begebenheiten berichten, lassen die 5 km Fußweg, bis man seinen Blick vom Lamberg schweifen lassen kann, kurzweilig werden.

Wege, um Kräfte zu erleben und Kraft zu tanken

Der Kraftweg von Stamsried befindet sich im Schlosspark. Auf alten Symbolen, wie einem Steinkreis, widmet man sich jeweils einem Thema. Insgesamt 18 Stationen begleiten Besucher auf diesem Weg. Auf der Suche nach Antworten bewegen sich Menschen auf Pilgerwegen vorwärts. Neben Pilgerwegen, die, wie der Jakobsweg, den Bayrischen Wald kreuzen, gibt es verschiedene Kapellenwanderwege. Der Rimbacher Kapellenweg liegt im Landkreis Cham. Marterl, Kapellen und Gedenksteine säumen den Rundwanderweg, für den circa 2,5 Stunden eingeplant werden sollten. Die Pfarrei Rimbach ging aus einer Siedlung aus dem 9. Jahrhundert hervor, die wahrscheinlich vom Kloster Chammünster missioniert worden ist. Einer der berühmtesten Wallfahrtsorte ist Neukirchen b. Hl. Blut. Eine gottesfürchtige Bäuerin brachte ein Gnadenbild vor den Hussiten nach Neukirchen in Sicherheit. Doch einer der Hussiten fand die Marienfigur und warf sie in einen Brunnen. Auf wundersame Weise fand sich das Marienbildnis immer wieder an seinem Platz ein. Als der Hussit nach dem dritten Versuch, die Marienfigur im Brunnen zu versenken wieder erfolglos blieb, setzte er den Säbel an und zerteilte Kopf des Bildnisses. Erschrocken stellte er fest, dass aus der „Wunde“ Blut floss. Er wollte fliehen, doch sein Pferd blieb wie angewachsen stehen. Durch dieses Erlebnis ließ er sich bekehren und fortan galt Neukirchen als Wallfahrtsort. So erzählt man sich die „Heilig Blut Legende“, die sich in den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts zugetragen haben soll. Bayrischer Wald Ferienhaus Besucher können die Geschehnisse in Bildern auf der Orgelempore der Wallfahrtskirche sehen.

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