Bayrischer Wald Reise

Ein Stück Vergangenheit im Bayerischen Wald



Wo Burgfräulein und Ritter lebten

Nicht nur üppige Natur beschert der bayerische Wald, es sind auch viele alte Gemäuer erhalten geblieben. Auf eine über neunhundert Jahre alte Geschichte blickt die Burg Falkenstein zurück. Vom Turm der Burg bietet sich ein einzigartiger Ausblick. Von Juni bis August verwandelt sich die Burg in eine märchenhafte Kulisse für die Burgfestspiele. Besonders interessant, die Akteure der aufgeführten Stücke sind zumeist Laiendarsteller aus dem Ort und seiner Umgebung. Nach einem Besuch des Jagdmuseums gibt es in der Burggaststätte eine Stärkung, bevor man sich im Naturschutzgebiet Schlosspark Falkenstein umsieht. Bemerkenswert sind die bizarren Felsen, wie das Froschmaul oder das Herzbeutel-Gässchen. Eine mächtige Burg muss die heutige Burgruine Kürnberg unweit von Stamsried gewesen sein. 1354 erbaut, wurde sie bereits im Dreißigjährigen Krieg Opfer der Zerstörungswut der Truppen des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar. Im Haupthaus befindet sich ein Aussichtsturm, der Besuchern einen Überblick über das wunderschöne Regental bietet. Teilweise stehen weitere Teile der Burgruine für Besichtigungen offen. Auch die Burgruine Runding lässt auf ein imposantes Bauwerk schließen. Erbaut wurde sie schätzungsweise zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Sie wurde hart umkämpft, unter anderem von Hussiten und Schweden. Mitte des 17. Jahrhunderts verwandelte man sie mehr und mehr in ein Schloss. Dabei muss man sich wohl übernommen haben, denn 1829 war der bayerische Staat infolge der wirtschaftlichen Misere gezwungen, die Anlage zu ersteigern.

Das konnte jedoch den finanziellen und baulichen Verfall der ehemals stolzen Burg nicht aufhalten. Erst seit 1999 beschäftigt man sich mit dem Erhalt und der Pflege der Ruine. Es gibt ein Besucherzentrum und ein Museum. Ein burgenarchäologisches Freilichtmuseum ist geplant. Auch im Landkreis Freyung-Grafenau trifft man auf Burgen, Schlösser oder zumindest Überreste derselben. Freyungs Schloss ist heute Sitz des Jagd- und Fischereimuseums. Außerdem dienen Taverne und Fürstenzimmer als Schauplatz für Lesungen oder Konzerte. Um die Burgruine Dießenstein rankt sich eine Sage. Ein Handwerker hatte sich auf seinem Heimweg nachts verirrt, als er plötzlich Hoffnung schöpfte, da er einen Lichtschein wahrnahm. Im Glauben, eine Hütte oder eine Wohnung gefunden zu haben, die ihm für die restliche Nacht Unterschlupf gewähren würde, war er umso erstaunter, als er bemerkte, was sich hinter diesem Licht verbarg. Auf der Schlossmauer der Burg Dießenstein erwartet ihn eine Jungfrau, die sich erhob, ihm freundlich zulächelte und mit einem Stecken auf die Erde klopfte. Diese öffnete sich und gab den Blick frei auf einen Schatz. Obwohl ihm die Jungfrau zuwinkte und ihn einladen wollte, ihr in diese Schatzkammer zu folgen, packte ihn die Angst und er lief davon. Daraufhin grollte die Erde und der Schatz samt Jungfrau verschwand. Wer in von seinem bayerischer Wald Ferienhaus Ausschau nach der wundersamen Erscheinung halten will, muss sich nach Saldenburg aufmachen.

Die Menschen und ihr Broterwerb

Am Ortsrand von Finsterau kann man ein eindrucksvolles Freilichtmuseum besuchen. Dorfschmiede und Straßenwirtshaus sind dort ebenso vertreten wie ganze Höfe. Nicht nur während der wöchentlichen Vorführungen können sich Besucher ein Bild machen, wie hart unsere Vorfahren für ihr täglich Brot arbeiten mussten. Wer arbeitet darf auch feiern und deshalb finden in der Anlage noch heute Feste statt, wie die Sonnwendfeier. In der Straßenwirtschaft werden bayerische Gaumenfreuden serviert. Einen ebenso bemerkenswerten Einblick in das Leben im bayerischen Wald zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert gibt das Museumsdorf bayerischer Wald in Tittling. Historische Gebäude, wie der Stadel oder die Getreidekästen spielten für die Bauern eine wichtige Rolle. Hier wurden originalgetreu ganze Höfe wieder aufgebaut beziehungsweise restauriert und können besichtigt werden. Die Menschen verdienten ihren Unterhalt als Bauern oder Handwerker. Alte Handwerke werden in vielen Museen zu neuem Leben erweckt. In Breitenberg steht beispielsweise ein Webereimuseum, Hauzenberg lädt ins Dinkelbier-Brauereimuseum ein oder wie wäre es mit einem Besuch im Ziegel und Kalkmuseum Flintsbach.

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